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Die internationale Konzertreihe Musik in St. Augustinus wurde im Jahr 1988 von Christa und Winfried Dahn mit Unterstützung aus dem Kirchenvorstand (Vorsitzender Pater Karl Fox) und dem Pfarrgemeinderat (Vorsitzender Reinhard Schmidt) von St. Augustinus gegründet.

 


Winfried und Christa Dahn

Orgelweihe 1991: Generalvikar Heinrich Schenk und Pater Karl Fox und Orgelbaumeister G. Christian Lobback

Durch den Bau (Vorsitzender des Orgelausschusses Dr. Bernd-Otto Knoop) der aus 45 Register bestehenden Lobback-Orgel im Juni 1991 entwickelte sich die Reihe zu einem internationalen Veranstaltungszyklus. Benannt nach dem Hamburger Orgelbauer G. Christian Lobback, steht das edle Prunkstück auf der großen Westempore. Die Aufteilung der Orgel in vier Teilwerke ist gut zu erkennen. Das Hauptwerk als erstes Werk im oberen Mittelteil des Orgelprospektes mit dem Prinzipal 8' als klingende Prospektpfeife, darunter als zweites das verdeckte Schwellwerk, das vom Spieltisch mit einem Schweller geöffnet und geschlossen werden kann. Eingerahmt werden diese beiden Werke von Pedaltürmen als drittes Werk. Dessen längste Pfeife im Orgelprospekt misst 5,6 m. Das vierte Werk steht dem Hauptwerk gegenüber an der Emporenbrüstung, im Rücken des Organisten, und heißt deshalb auch Rückpositiv.

 

Zwischen Hauptwerk und Rückpositiv befindet sich der freistehende Spieltisch mit drei Manualen und dem Pedal. Von hier aus werden die 45 Register der Orgel betätigt. Sie bestimmen den Klang der Orgel durch Auswahl und Mischung.
3245 Zinn-, Blei- und Holzpfeifen sind umgeben von einem Gehäuse aus massivem Eichenholz, das im oberen Teil mit sogenannten Schleierbrettern gestaltet ist, die Motive aus dem Kirchenraum zeigen. Die Lobback-Orgel kann mit ihrer warmen Klangqualität und -Vielfalt als eine der besten Orgeln in Hannover bezeichnet werden. Auch architektonisch ist sie ein Schmuckstück im farbig ausgestalteten Kirchenraum.

International anerkannte Organistinnen und Organisten konzertierten bisher auf der Lobback-Orgel:

Dabei waren aus Moskau (Prof. Alexander Fiseisky), Paris (Prof. Jean Costa, ehemaliger Meisterschüler von Marcel Dupre), Köln (Prof. Dr. Wolfgang Stockmeier), Frankfurt (Prof. Martin Lücker), Leipzig (Prof. Arvid Gast), Göttingen (Prof. Dr. Martin Sander), Wien (Prof. Roman Summereder), Budapest (Zsuzsa Elekes), Budapest (Prof. Istvän Ella), Prag (Prof. Jan Hora und Jan Kalfus), St. Petersburg (Daniel Zaretzki), Hannover (Stadtkantor Ulfert Smidt), Berlin (Jörg Strodthoff und Lothar Knappe), Freiburg (Carsten Klomp), Hamburg (Zygmunt Strzep und Prof. Wolfgang Zerer), Lübeck/Moskau (Sergej Tscherepanow), Curitiba/Brasilien (Detlef Steffenhagen) neben vielen anderen bekannten Organisten. Auch die Domorganisten aus München (Prof. Franz Lehrndorfer), Köln (Prof. Clemens Ganz), Bremen (Prof. Wolfgang Baumgratz), Hamburg (Prof. Eberhard Lauer) und Hildesheim (Thomas Viezens) konzertierten in St. Augustinus.


Prof. Arvid Gast und Joachim Pliquett
Auch berühmte Chöre und Orchester, die die Hallenkirche von St. Augustinus wegen der ausgezeichneten Akustik schätzen, gastierten hier. Zu nennen sind der Kammerchor des Rimskij-Korsakov-Konservatoriums aus St. Petersburg (Prof. Valeriy Uspenskiy) , die Santo-Tomas-Singers aus Manila (Leitung Prof. Fidel Gener Calalang), das Jugendkammerorchester aus Minsk (Leitung Burkhard Niggemeier), das Gehrdener Kammerorchester (Leitung Horst Conrad), der Mädchenchor des Rumänischen Rundfunks aus Bukarest (Leitung Eugenia Vacarescu), der Kammerchor Hannover (Leitung Hans-Joachim Rolf), die Herrenhäuser Chorgemeinschaft (Leitung Uwe Wegert), der Lehrerchor aus Leipzig, der Hannoversche Oratorienchor (Leitung Prof. Martin Brauss und Prof. Andor Izsák), oder der Mädchenchor Hannover und der Brahms-Chor Hannover (beide unter der Leitung von Prof. Gudrun Schröfel), der Knabenchor Hannover zusammen mit dem Barockenesemble LARCO (unter der Leitung von Jörg Breiding),  der Kammerchor der Hochschule für Musik und Theater Hannover (Leitung Prof. Wolfram Wehnert), der Bach-Chor Hannover (Leitung Prof. Jörg Sträube), der Johannes-Damascenus-Chor-Essen (Leitung Domkantor Wolfgang Endrös), die Schola der Ev. Landeskirche Hannover (Leitung Kantor Dietmar Zaretzke), der Rundfunk-Jugendchor-Wernigerode (Leitung Peter Habermann), der Brandenburgische Kammerchor (Leitung Lothar Knappe), der Norderstedter Kammerchor (Leitung Peter Supthut), der Junge Kammerchor Hannover (Leitung Andreas Mattersteig), der Schauspieler Ernst-Erich Buder vom Staatstheater Hannover als Sprecher der Texte von Paul Claudel zu der Orgelmusik von Marcel Dupre und Bildern des hannoverschen Künstlers Hanns Joachim Klug.

Mädchenchor Hannover mit Prof. Gudrun Schröfel und der Knabenchor Hannover mit Jörg Breiding (rechts)
Neben reinen Orgelkonzerten fanden interessante Konzerte für Orgel und andere Soloinstrumente oder Gesang (Trompete, Tuba, Violine, Hörn, Steinway-Flügel) statt. Als Solisten traten in St. Augustinus zum Beispiel auf die international bekannte Violonistin Elena Denisova aus Moskau, die Solotrompeter Bernhard Kratzer aus Stuttgart, Joachim Pliquett aus Berlin und Reinhard Großer aus Hannover, der Solohornist Wilhelm Bruns aus Mannheim, die Harfenistin Ruth-A. Deimel und der Tubist Georg Stamm vom Niedersächsischen Staatsorchester, die Mezzosopranistin Sarah Velden aus Frankfurt, die beiden Sopranistinnen Christel Sölter aus Hildesheim sowie Gisela Riedl aus Hannover.

Die Konzertreihe „Musik in St. Augustinus" hat sich kontinuierlich zu einer festen Größe im Musikleben der Landeshauptstadt Hannover entwickelt und die Lobback-Orgel weit über die Grenzen Hannovers bekannt gemacht. Für das musikalische Engagement wurde die Konzertreihe im Dezember 1998 deshalb mit dem Bürgerpreis des Stadtbezirkes ausgezeichnet.


In guter ökumenischer Tradition ist seit über 15 Jahren der Posaunenchor der benachbarten evangelischen Kirchengemeinde St. Thomas (Leitung Volker Hartmann) zusammen mit Winfried Dahn an der Lobback-Orgel in besonderen musikalisch gestalteten Gottesdiensten regelmäßig in St. Augustinus zu Gast.Zu besonderer Beliebtheit haben sich die musikalischen Veranstaltungen  der Musikgruppen aus der Kirchengemeinde mit der Orff-Gruppe (Leitung Andrea Mitzinneck), dem Kirchenchor St. Augustinus und dem Chor „taktvoll" (beide unter der Leitung von Sabine Hoppe) entwickelt. Dabei ist die Gruppe Between the Lines der ständige musikalische Begleiter und setzt mit dem hervorragenden Sound einen besonderen musikalischen Akzent moderner Musik in der Kirche.


Orgelweihe 1991: Kirchenchor St. Augustinus und Chor taktvoll mit Chorleiterin Sabine Hoppe
Besondere Benefizkonzerte (Asphalt-Magazin Hannover, Straßenkinderprojekt in Indien) und mehrere Orgelseminare mit Studierenden aus Moskau haben den sozialen und kulturellen Anspruch der Musik in St. Augustinus untermauert.

Benefizveranstaltung 2001 für Hannovers Obdachlose
Die Aufführung des Orgel-Gesamtwerkes von Johann Sebastian Bach an acht Abenden im April 2000 mit dem Orgel-Solisten der Moskauer Staatsphilharmonie, Professor Alexander Fiseisky, ist sicherlich einer der vielen Höhepunkte in der Reihe Musik in St. Augustinus gewesen. Der Bach-Konzertzyklus, zum ersten Mal in Hannover überhaupt aufgeführt, stand unter der Schirmherrschaft des Bischofs von Hildesheim, Dr. Josef Homeyer, und war neben der Würdigung des Thomaskantors anlässlich seines 250. Todesjahres auch ein internationaler Beitrag der Reihe Musik in St. Augustinus zur EXPO 2000 in Hannover.
BACH 2000: Pater Ulrich Heroven, Bischof Dr. Josef Homeyer und Winfried Dahn
Der NDR 1 – Redaktion Musikland Niedersachsen -  hat unter der Leitung von Rudolf Krieger mehrere Rundfunkaufnahmen mit der Lobback-Orgel produziert. Die Reihe Musik in St. Augustinus kooperiert mit der Hochschule für Musik und Theater Hannover, mit dem Norddeutschen Rundfunk und mit der Russischen Gnessin Musikakademie in Moskau.

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